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CDU-Stadtverband Schneeberg auf den Spuren europäischer, tschechischer und deutscher Geschichte
Mittwoch, 08.06.2016

Schneeberg. Vom 03. bis zum 05. Juni weilten 39 Mitglieder des Stadtverbandes, der Stadtratsfraktion und Freunde der CDU aus der Bergstadt Schneeberg in der Tschechischen Republik und informierten sich über neueste, 27-jährige und 700-hundertjährige politische und geschichtliche Zusammenhänge europäischer, tschechischer und deutscher Politik.

Auftakt bildete am Freitag ein Besuch im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Tschechien. Stefanie Rehm, Referatsleiterin der sächsischen Verbindungsbüros in Polen und Tschechien, informierte in einer mit sehr viel Hintergrundwissen und persönlichen Erfahrungen gefüllten Gesprächsrunde über die Arbeit des sächsischen Verbindungsbüros, über das politische und gesellschaftliche Leben und den Alltag bei unseren tschechischen Nachbarn.
Daran schloss sich ein Besuch in der deutschen Botschaft in Prag an. Auch knapp 27 Jahre nach den Ereignissen im September und Oktober 1989 in der Prager Botschaft war es für alle Reiseteilnehmer ein besonderer Moment, im Botschaftsgarten vor dem Balkon zu stehen, auf dem der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 den ca. 5.000 DDR-Bürgern, die in der Botschaft Zuflucht gefunden hatten, verkündete, dass sie in den Westen ausreisen durften. Ein Diplomat der deutschen Vertretung in Prag sprach über die Arbeit der Botschaft und erläuterte anhand der örtlichen Gegebenheiten die Situation in der Botschaft während des Aufenthaltes der Flüchtlinge. Dabei wurden auch Details bekannt, über die so bisher nichts in den Medien zu erfahren war. Gedankliche Parallelen zur aktuellen Flüchtlingsproblematik und zum Umgang mit Menschen in Not und auf der Flucht haben sich wohl den meisten Schneeberger Besuchern unwillkürlich aufgedrängt.

Die nächsten beiden Besuchstage standen dann ganz im Zeichen des für Tschechien sehr bedeutenden Themas „K 700“. Unsere Nachbarrepublik stellt dieses Jahr mit vielfältigsten Präsentationen in den historischen Bezug zu einer prägenden historischen Persönlichkeit - den römisch-deutschen König Karl IV. Er wurde vor 700 Jahren (1316) geboren und starb 1378. Seine für das deutsche Königreich wohl bekannteste politische Tat war der Erlass der „Goldnen Bulle“ im Jahr 1356. Sie regelte das Wahlverfahren der römisch-deutschen Könige und setzte die Anzahl und Namen der Kurfürsten fest. Auch Sachsens Herrscher gehörten dieser hervorgehobenen Fürstengruppe an.
Die Schneeberger CDU-Reisegruppe widmete sich bei ihrem Besuch besonders der Bautätigkeit Karls IV. Sie machte Prag zur „goldenen Stadt“, die wohl berühmteste Prager Moldaubrücke geht auf ihn zurück und trägt seinen Namen und er leitete den Baubeginn des Veitsdomes auf den Hradschin ein. All diese Sehenswürdigkeiten standen am Samstag auf dem Besuchsprogramm. Die Burg Karlstein, die Karl IV. errichten ließ und in der er auch residierte, war am Sonntag das wichtigste Reiseziel der Schneeberger CDU-Gruppe. Ein Bummel durch den Touristenort Karlstein und eine Besichtigung der imposanten Burg bildete den Abschluss der drei Reisetage.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass alle Reiseteilnehmer trotz der vielen Termine ausreichend Zeit und Möglichkeit hatten, die hervorragende tschechische Küche und Braukunst ausgiebig zu genießen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, ein Besuch bei unseren tschechischen Nachbarn lohnt sich und die gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass der europäische Gedanke eigentlich so neu nicht ist. Wer das historisch Gewachsene als eine Reihe von Gemeinsamkeiten und nicht als Gegensätze reflektiert, ist auf dem guten Weg – im Großen wie auch im Kleinen.

Diesen Reisebericht schrieb unser Vorstandsmitglied Uwe Markert.
Vielen Dank!

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